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10 Anzeichen für ein toxisches Arbeitsumfeld, dass dich krank macht Teil 1

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Stress, Hektik und dadurch entstehende Unzufriedenheit im Job sind keine Seltenheit. Doch es gibt einen Unterschied zwischen zeitlich begrenztem Stress und toxischen Arbeitsbedingungen. In diesem Artikel stelle ich euch ein paar Hinweise vor, die darauf deuten können, dass ihr euch in einem Arbeitsumfeld bewegt, dass auf Dauer eure Gesundheit negativ beeinflussen kann.

Inhalt

Wir haben alle herausfordernde und kräftezehrende Tage, Wochen oder längere Phasen an der Arbeit. Das sind die Momente in denen es einfach nicht rund läuft, zu viel zu tun ist und man am liebsten schreiend davon laufen möchte. Der Unterschied zu einem toxischen Arbeitsumfeld ist, dass wir wissen, dass diese Phasen vorüber gehen. Wir sehen meistens bereits das „Licht am Ende des Tunnels.“ Häufig treten diese Momente bei kurzfristigem Personalengpass, z. B .durch Krankheit oder Urlaub oder in hektischen, unternehmenstypischen Zyklen auf, wenn z. B. in der Steuerkanzlei alle Steuererklärungen und Jahresabschlüsse usw. gefühlt gleichzeitig erstellt werden müssen.

Im Gegensatz dazu ist ein toxisches Arbeitsumfeld keine vorübergehende Erscheinung oder schlechte Phase. Es ist vielmehr die Gesamtheit der Arbeitsbedingungen, die Unternehmenskultur und das Arbeitsklima.

Ein toxisches Arbeitsumfeld ist mehr als ein Job, den man nicht gerne macht!
Und es kommt noch schlimmer! Eine schädigende Arbeitsumgebung macht selten an der Bürotür halt. Sie verfolgt dich auch in dein Privatleben und beeinflusst in der Regel alle Lebensbereiche, sodass nicht nur du sondern auch alle Menschen in deinem Umfeld davon belastet werden können. Du merkst das z. B. daran, wenn deine Nerven dünn werden und du (fast) grundlos geliebte Menschen harsch kritisierst. Oder wenn du Schlafstörungen hast und die Müdigkeit sich in schlechter Laune durch den ganzen Tag zieht und jeder der in deine Nähe kommt in
„Lebensgefahr“ ist.

„Ein toxisches Arbeitsumfeld kann sich zu Burnout,
ernsthaften Störungen und starken, negativen Beeinflussungen
auf dein gesamtes Leben entwicklen!“

Wenn du dich nun fragst, ob du einfach nur eine schlechte Phase auf Arbeit hast oder sich hinter deinen schlechten Gefühlen deiner Arbeit gegenüber ernst zu nehmende Faktoren für ein toxisches Arbeitsumfeld verbergen.
Dann helfen dir die nachfolgenden typischen Anzeichen für ein schädigendes Arbeitsumfeld für eine bessere Einschätzung deiner Situation.

Bitte beachte, dass die Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt; ich habe die für mich am häufigst auffallenden Indikatoren notiert und analysiert.

1. Unzureichende Work-Life-Balance

Du lebst nicht um zu arbeiten und du verdienst neben deiner beruflichen Tätigkeit ein erfülltes Privatleben.
Deswegen sollte, dies gilt insbesondere für Angestellte, das Arbeits- und Privatleben ganz klar getrennt werden können!
Dies bedeutet, dass du die Möglichkeit dazu haben solltest, nach Dienstende wirklich Feierabend zu haben. Wenn stattdessen von dir erwartet wird, dass du jederzeit (auch am Wochenende und Feiertagen) auf Anrufe und Mails reagierst, spricht dies nicht für eine ausgewogene work-life-balance.

Wenn Überstunden die Regel anstatt der Ausnahme sind und dann evtl. noch regelmäßig gestrichen oder ausgezahlt werden, weil keine Zeit ist, um sie abzubauen, dann läuft das definitiv in die falsche Richtung!

Verfallene Urlaubstage wegen zu viel Arbeitspensum oder ein schlechtes Gewissen, wenn du wegen einem Arzttermin früher Feierabend machen möchtest, sind ein eindeutiges Zeichen für eine unzureichende work-life-balance.

Eine gute Möglichkeit, um diesen Situationen zu entgehen besteht darin, klare Grenzen zu setzen. Informiere klar und deutlich darüber wozu du bereit bist und was dir wichtig ist, wo deine Grenzen sind.
Wenn dein Arbeitspensum zu hoch ist kann das verschiedene Gründe haben. Einerseits kann es einfach wirklich zu viel sein, dann hilft auf Dauer nur, dass du Aufgaben abgibst oder delegierst. Andererseits besteht aber auch die Möglichkeit, dass du Aufgaben erledigen musst, die nicht deinen Stärken entsprechen und du deswegen unverhältnismäßig viel Zeit dafür brauchst. Schaue dir dein Aufgabengebiet genau an und überlege, wie du es gem. deinen Stärken optimieren kannst.

Beispiel:
Vielleicht gehört es dazu deinen Aufgaben, dass du regelmäßig komplexe Exceltabellen pflegen musst. Excel ist für dich aber ein Buch mit sieben Siegel und du weißt eigentlich nie so richtig, was du da tust. Vielleicht hilft dir ein Excelkurs oder gibt es evtl. einen Kollegen, der ein Excelspezialist ist, der dir die Aufgabe abnehmen kann?

2. Schwache/schlechte Führungskräfte

„Man verlässt kein schlechtes Unternehmen, sondern einen schlechten Chef.“
(altes Sprichwort)

Die Führungskräfte sind nach meiner Erfahrung ein wesentlicher Dreh- und Angelpunkt, wie die Arbeitnehmer*innen das Arbeitsklima wahrnehmen.

Eine schwache Führungskraft, die keine eigenen Visionen hat, ungern Entscheidungen trifft oder sogar cholerisch veranlagt ist, Konflikten aus dem Weg geht oder sich kaum mit dem Tagesgeschehen auskennt, führt häufig zu sehr komplexen und Problemen im gesamten Unternehmenskonstrukt.
In hierarchischen Unternehmen kann es sein, dass die schwache Führungsebene von weiter oben bis nach unten durchsickert und die Arbeitsumgebung wirklich vergiftet.

Dieses Problem ist für den einzelnen Mitarbeiter wirklich schwer in den Griff zu bekommen. Feedbackgespräche von Mitarbeiter an den Chef sind in manchen Unternehmen normal aber die Akzeptanz der Führungsebene auf das Feedback ist eher umstritten. Gerade in großen Unternehmen kommt man manchmal gar nicht an den oder die „eigentlich“ schlechten Führungskräfte ran, weil sie in anderen Bereichen tätig sind aber dennoch Einfluss auf das Gesamtsystem haben.

Die HR-Abteilung oder der Betriebsrat können ggf. eingebunden werden.

3. Unzureichende Kommunikation

Unzureichende, verwirrende oder verstreute Kommunikation ist die Ursache für so viele Probleme am Arbeitsplatz. Tatsächlich sind Kommunikationsfähigkeiten die wichtigsten Fähigkeiten, die in jeder erfolgreichen Organisation benötigt werden

Warum? So vieles fällt unter den Begriff Kommunikation – einschließlich Zuhören (sowohl als Führungskraft als auch als Angestellter), mündliche Kommunikation, schriftliche Kommunikation, Vorlieben, wie man kommuniziert – die Liste geht noch weiter!
Woran erkennt man also, ob schlechte Kommunikation zu einer Gefährdung am Arbeitsplatz führt?

Hier sind ein paar Beispiele für schlechte Kommunikation.

  • ständiger Mangel an Klarheit bei Projekten
  • verschiedene Mitarbeiter erhalten unterschiedliche Nachrichten
  • passiv-aggressive Kommunikation
  • nicht zuhören
  • ständige Kommunikation außerhalb der Geschäftszeiten
  • ständig wechselnde bzw. schnell aufeinander folgende Informationen zu einem Thema

Kommunikation ist die Hauptursache für schlechte Organisationen – oder gute Organisationen, die schlecht arbeiten. Schlechte Kommunikation führt oft zu Verwirrung und Ziellosigkeit der Mitarbeiter. Von hier aus entstehen und vervielfältigen sich die Probleme, die oft zu weiteren Problemen führen.

Wenn dein Unternehmen schlechte Kommunikationsmethoden hat, kann es hilfreich sein, dass du immer wieder ganz klar deine Aufgaben gemeinsam mit deiner Führungskraft besprichst, um für die Klarheit zu haben. Ich würde ebenfalls auf die Dokumentation insbesondere von für dich wichtigen Dingen achten. Du solltest also im Zweifel lieber im Nachgang zu einem Gespräch noch eine Zusammenfassung per mail versenden, um später darauf zurückgreifen zu können.

In jedem Fall ist es wichtig, dass du zum Ausdruck bringst, was für dich in Bezug auf Kommunikation wichtig ist. Wie möchtest du es gern haben? Rede darüber und setze klare Signale und Grenzen. Gerade in großen Unternehmen solltest du nicht der Illusion unterliegen, dass du die Kommunikationskultur ändern könntest aber du kannst dazu beitragen, dass es für dich passend ist.

4. Cliquenbildung, Ausgrenzung bestimmter Personen, geschwätziges Verhalten

Wir alle wissen, wie eine Clique aussieht. Es ist die Gruppe von Menschen – ob bei der Arbeit oder in der Schule -, die zusammenhält, sich gegenseitig Kaffee holt, über Insiderwitze lacht (von denen sie irgendwie etwa eine Million haben) und im Allgemeinen jeden außerhalb ihres eng gestrickten Rings ausschließt.
Und obwohl wir hier alle Erwachsen sind, kann es sich äußerst befremdlich anfühlen, außerhalb einer aktiven Clique zu existieren.

Einfach ausgedrückt: Cliquen sind am Arbeitsplatz kontraproduktiv und zwar immer dann, Zwar ist es gut, Freunde und Bekannte am Arbeitsplatz zu haben, doch ist jedes Verhalten, das als „cliquenhaft“ bezeichnet werden kann, am besten zu vermeiden.
Hier sind ein paar Warnzeichen für Cliquen.

  • ständiges Gefühl der Ausgrenzung aus einer Gruppe von Menschen
  • eine bestimmte Gruppe, die zu Mittag isst, Kaffee trinkt und gemeinsam fröhliche Stunden organisiert
  • Stellenbesetzungen erfolgen unabhängig von Talenten und Stärken innerhalb der Clique
  • Interessante Aufgaben/Projekte werden innerhalb der Clique verteilt
  • Fehlverhalten einzelner Mitglieder wird durch die anderen „gedeckt“
  • „Lästereien“ über andere Kolleg*innen
  • große Teile des Arbeitstages wurden mit flüstern oder chatten auf Messaging-Plattformen verbracht
  • allgemeines Desinteresse der Gruppe nach außen hin an jemand anderem – es sei denn, es handelt sich um Klatsch oder „Drama“

Vermeide Cliquen und Klatsch und Tratsch. Du solltest dich immer so verhalten wie du möchtest, dass auch mit dir umgegangen wird.
Wenn du erkennst, dass cliquenhaftes Verhalten auch das Management und leitende Angestellte einschließt, dann hast du möglicherweise ein Kulturproblem und ein großes Warnsignal für ein toxisches Arbeitsumfeld.

5. Mobbing

Mobbing oder mobben als soziologischer Begriff beschreibt psychische Gewalt, die durch das wiederholte und regelmäßige, vorwiegend seelisches schikanieren, quälen und verletzen eines einzelnen Menschen durch eine beliebige Art von einer Gruppe oder Einzelperson ausgeht. Weitere Informationen zum Thema Mobbing findest du hier.
Mobbing kann auch durch die unter Punkt 4 beschriebenen Cliquen ausgehen.

Mobbing ist ein ernst zu nehmendes Problem innerhalb des Unternehmens.
Betroffene Personen sollten sich in jedem Fall an eine Vertrauensperson wenden und schnellstmöglich in die Offensive gehen. Auch wenn ihr Scham oder Angst empfindet ist beim Mobbing „Flucht nach vorne“ in die Offensive der effizienteste Weg, um dem psychischen Druck schnellstmöglich zu entfliehen.

Wird Mobbing in einem Unternehmen „geduldet“, deutet dies auf eine sehr problematische Unternehmenskultur hin und ein Arbeitgeberwechsel könnte der einfachste Weg sein, um sich davon zu trennen.

Werdet ihr Zeuge von Mobbing kann ich euch nur dazu ermutigen, dass ihr beherzt handelt und nicht wegseht. Steht der betroffenen Person zur Seite, bietet Hilfe und Unterstützung an. Häufig sind Mobbingopfer seelisch bereits sehr labil, haben einen geringen Selbstwert und trauen sich nicht um Hilfe zu bitten. In diesem Fall ist jede helfende Hand, die von außen gereicht wird, ein Rettungsanker. Aber Vorsicht! Ihr solltet nicht gemeinsam mit dem Betroffenen untergehen. Es geht vielmehr darum ihm einen Rettungsring zuzuwerfen. Im ersten Schritt ein offenes Ohr und Verständnis zeigen und dann schnellstmöglich darauf hinwirken, dass die betroffene Person sich entsprechend im Unternehmen, z. B. Beim Betriebsrat, in der HR-Abteilung oder bei der Führungskraft Unterstützung sucht.

Teil 2 folgt im nächsten Blogbeitrag.

In meinen Coachings analysiere ich gerne deine individuelle Situation mit dir und unterstütze dich dabei, die für dich passende Lösung zu finden. Nähere Infos zu meinen Angeboten findest du unter diesem Link. Außerdem stehe ich dir jederzeit gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

Außerdem kannst du dich in meinem Blogbeitrag für mehr Eigenverantwortung im Berufsleben informieren, wie du deinen Berufsalltag für dich lebenswerter gestalten kannst.

Herzliche Grüße,
Brit

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